23 Juli, 2021

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Für die meisten ist der Gedächtnispalast aus den Serien The Mentalist und Sherlock Holmes ein Begriff. Mit dieser Technik merken sich die Anwender eine Unmenge an Informationen. Aber geht das wirklich? Oder ist das nur eine Fantasie der Serienmacher?
Die Antwort wirst du selbst erleben. Denn in diesen Beitrag wirst du den Aufbau von einem Gedächtnispalast lernen!

Unser Gehirn liebt Orte

Unser Gehirn ist in seinen Funktionen ca. 10.000 Jahre alt. Daher merkt es sind Dinge gut, die damals wichtig für das eigene Überleben waren. Zum Beispiel merkt es sich Orte relativ gut. Auch wenn mdu glaubst, dass du einen schlechten Orientierungssinn hast, müstest du trotzdem die Gegenstände einer Wohnung niemals auswendig lernen. Dein Gehirn speichert mit dem ersten Besuch Dinge wie Kühlschrank, Waschmaschine, Klo usw. automatsich ab.
Diese Stärke deines Gehirns kannst du zu deinem Vorteil nutzen, indem du die Lerninhalte in einer Wohnung verteilst. Bevor du jetzt aber anfängst die Seiten deines Geschichtsbuchs in deiner Wohnung zu verteilen, lies erst mal weiter.

Den Gedächtnispalast lernen – 3 Schritte

Für die Anwendung brauchst du nur 3 einfache Schritte befolgen. Danach wirst du deinen ersten Gedächtnispalast erstellt haben, der dich möglichweise sogar für den Rest deines Lebens begleiten wird.
Meinen habe ich nun schon seit 6 Jahren immer bei mir.

Schritt 1: Die Plätze von deinem Gedächtnispalast

Als erstes brauchst du mal Plätze, an denen du deine Lerninhalte „ablegen“ kannst. Du musst also erstmal deinen Gedächtnispalast erstellen.
Der Vorteil ist, dass du diesen immer wieder verwenden kannst, wenn du ihn einmal erstellt hast.

Dafür gehst du in ein Zimmer deiner Wahl (in dem es mehrere Möbel usw gibt.) und stellst dich in die Türe. Sollte es mehrere Türen geben, dann wähle die aus, die dir am besten gefällt.
Anschließend streckst du deine linke Hand aus und berührst die Wand auf der linken Seite.

Mit der ausgestreckten Hand gehst du jetzt das Zimmer entlang der Wand ab. Jeder Gegenständ – egal wie groß – der dir bei deinem Rundgang wichtig erscheint, wird in die Liste möglicher Gedächtnispalast-Plätze aufgenommen. Zum Beispiel könnte das dein Computer, deine Tischlampe, dein Bett, das Fenster usw. sein.

Wenn du einmal durch das Zimmer durch bist hast du vermutlich zwischen 5 und 20 Gegenstände (also Plätze) gefunden.
Dein Ziel ist es, dass du am Ende 10 solche Plätze hast. Also geh noch eine zweite Runde und überlege dir welche 10 Plätze für dich am markantesten sind.

Sobald du deine 10 Plätze hast, kannst du weiter zu Schritt 2 gehen.

Schritt 2: Die Inhalte für deinen Gedächtnispalast

Um die Anwendung von einem Gedächtnispalast lernen zu können brauchst du auch Übungsmaterial. Das bedeutet, dass du dir einen Liste mit 10 Dingen suchen solltest. Das kann alles mögliche sein: Eine Einkaufsliste, die 10 Gebote, 10 zufällige Wörter usw.

Mach es dir für deine ersten Versuche nicht zu kompliziert. Immerhin ist es wirklich eine Leistung, wenn du dir 10 Dinge einer Einkaufsliste in Reihenfolge merken kannst. Und das über merhere Tage oder sogar Wochen.

Versuche es für den Anfang mit dieser Liste:

  • Milch
  • Melone
  • Brot
  • Klopapier
  • Zahnbürste
  • Fleisch
  • Kaffee
  • Eiscreme
  • Schokolade
  • Banane

Weitere Ideen für Listen findest du hier:

Sobald du 10 Dinge zum merken gefunden hast, kannst du sie in deinem Gedächtnispalast lernen bzw. abspeichern!

Schritt 3: Die Verknüpfung durch Merkbilder

Im letzten Schritt musst du die Plätze mit den Punkten auf der Liste verbinden. Das machst du durch sogenannte Merkbilder.
Dabei stellst du dir vor, dass beim Platz deines Gedächtnispalast etwas passiert, dass mit dem entsprechenden Punkt von deiner Liste zu tun hat.

Gedächtnispalast lernen - so gehts!

Als Beispiel:

Du möchtest den ersten Platz (deine Lampe) mit dem ersten Punkt auf der Liste (der Milch) verbinden. Dann stellst du dir vor, wie du zu deiner Lampe hingehst, die Packung Milch öffnest und sie über die Lampe schüttest.
Stell es dir wirklich bildlich vor!

Unser Gehirn liebt Bilder und merk sich diese unglaublich gut. Oder würdest du die Situation vergessen, wenn sie wirklich passieren würde? Vermutlich nicht.
Unser Gehirn kann auf der anderen Seite aber kaum zwischen echten und nur vorgestellten Bildern unterschieden. Daher ekelt man sich auch, wenn man an etwas grausiges denkt.

Also verbinde die Punkte der Liste der Reihe nach durch kleine bildhafte Geschichten mit den Plätzen deines Gedankenpalastes.

Das kann am Anfang etwas Zeit in anspruch nehmen, aber du wirst bald schneller darin sein und dir immer mehr Dinge in kurzer Zeit merken können. Irgendwann kannst du mit dieser Technik vielleicht sogar 145 zufällige Wörter in Reihenfolge in nur 5 Minuten merken, wie Yanjaa Wintersoul es bei der Gedächtnis-Weltmeisterschaft 2018 vorführte.

Überprüfe dein Ergebnis

Wenn du fertig bist und alle 10 Punkte mit Merkbildern in deinem Gedächtnispalast abgelegt hast, kannst du sie wiederholen. Geh dafür deinen Gedächtnispalast in Gedanken ab und schau ob die Bilder wirklich sitzen. Wenn du alle wieder aufrufen kannst, dann herzliche Gratulation! Du hast deinen ersten Gedächtnispalast erschaffen!

Sollten dir nicht mehr alle Merkbilder bzw. Punkte der Liste einfallen, dann geh die Liste nochmal durch. Aber achte darauf, dass du vorher wirklich gut nachgedacht hast Am Anfang kann es bei einzelnen Punkten etwas länger dauern, bis man sie wieder aufrufen kann. Sollte dir ein Punkt aber gar nicht mehr einfallen, dann überprüfe dein Merkbild.
War es zu langweilig? Zu normal? Was hast du anders gemacht als bei denen, die funktioniert haben?

Anschließend kannst du das Merkbild nachbesser.

Der Gedächtnispalast von The Mentalist und Sherlock

In den beiden Serien verwenden die Hauptfiguren Patrick Jane und Sherlock Holmes auch Gedankenpaläste, wie den, den du gerade gelernt hast. Allerdings sind diese beiden schon etwas geübter darin.
Sie verwenden unter anderem rein gedanklich erbaute Gedächtnispaläste, bei denen nicht mehr die Räume von bekannten Wohnungen genommen werden. Stattdessen sind diese Räume dann vom Anwender ausgedacht und so groß, wie es gerade nötig ist.

Damit steht ihnen unendlich viel mentaler Speicherplatz zur Verfügung, der auch noch nach ihren Bedürfnissen angepasst und strukturiert werden kann. Das ist aber schon eine höhere Form der Gedächtniskust, die man erst nach einigen gelugenen Anwendungen des „normalen Gedankenpalastes“ ausprobieren sollte.

Porbier es selber aus!

Jetzt bist du dran. Du wirst den Gedächtnispalast nicht vom lesen dieses Beitrags lernen – du musst ins Tun kommen und in auch anwenden. Am besten jetzt gleich!

Also steh auf und such dir 10 Plätze in deinem Zimmer. Dann nimm dir einen Liste mit 10 Dingen und verbinde sie in deiner Vorstellung durch Merkbilder.

Es ist in Ordnung, wenn du am Anfang nicht genau weißt, was du tun sollst. Probier einfach etwas aus, dann kommst du sehr bald drauf, was funktioniert und was nicht.

Und wenn du noch Fragen zur Anwendung hast, dann melde dich einfach bei mir!

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